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23. Oktober 2019
Rauschgut – Zeitgeist & Infotainment
Politik

Rassisten keine Angriffsfläche bieten zu verletzen

Sich von Rassisten nicht mehr verletzen lassen

Eines der wirksamsten Mittel von Populisten, Neonazis und Wahnsinnig-Neuen-Neonazis, ist die tabulose, sehr simplifizierte Formulierung von Menschenverachtung. Ob dunkelhäutige mit dem N-Wort zu bezeichnen, oder sonstige in der NS-Zeit bekanntgewordene Nennungen, es ist ihr Mittel Aufregung zu erzeugen und generell negative Gedanken zu fördern. Ich sage mir: lass sie doch und fange an diese Dinge erfolgreich zu ignorieren.

Wie müssen sich Menschen fühlen tief in sich drin, wenn sie sich perfider Mittel bedienen andere zu verletzen? Welche Wahrnehmungen scheinen solche Menschen zu haben, denen jede Motivation fehlt Mitgefühl zu haben? Was ist das für eine Realität, wo Gedanken Meinungen formulieren, die alles andere erzeugen als „Wohlfühlatmosphäre“? Ganz sicher keine guten. Nichts was auch nur annähernd konstruktiv zu Lösung irgendwelcher Probleme beizutragen hätte. Diese Menschen leiden mehr als wir ahnen. Die Gründe sind zahlreich und meistens damit verknüpft, dass keine guten Erfahrungen mit Menschen, Staat oder Gesellschaft bestehen. Es existiert hier keine Motivation, positive Erkenntnisse aus einer lebendigen Vielfalt zu gewinnen. Wer sich also Öffentlich zur Menschenverachtung bekennt, leidet weitaus mehr und hoffnungsloser, als das ganze Theater – durchaus ernstzunehmende – Aufregung erzeugt.

Rassen und Hautfarben werden von den menschlichen Sinnen bewertet. Die Herzen bleiben davon unberührt.

© Willy Meurer (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. (Member of the Human Race), Toronto

Wären also die Medien, als auch die absolute Mehrheit der europäischen Gesellschaften mehr ignorant als ängstlich und würden sich auf die Dinge konzentrieren, die sehr viel mehr positive Wirkungen beinhalten als rassistische Parolen, würden die meisten AFD-Pöbeleien verdampfen wie Reiswasser . Es könnte daraus eine sehr viel wirksamere Methode entstehen dem „Rechts-Trend“ allgegenwärtig eine viel überzeugendere Lebendigkeit zu vermitteln, als das die intelligentesten Argumente liefern könnten – die sie im Übrigen sowieso aus eigener Lebenserfahrung weder verstehen, noch ebenso entkräften können. Die vom Frust der eigenen Wahrnehmung getragene Situation hat es viel leichter zu Hassen, als sich mit den Umständen der eigenen Existenz auseinanderzusetzen, deren leidvolle Erfahrungen bis dahin mit diesen Mitteln verdrängt worden sind.

Alles was wir Menschen wahrnehmen, machen, denken, tun und so wie wir handeln und das Leben sehen existiert einzig und allein im Kopf eines jeden Einzelnen. Alles, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft des ganzen Lebens existiert im Kopf. In sehr individuellen Köpfen. Wenn wir uns die Dinge ansehen wie sie wirklich gegenwärtig sind kann bei einer achtsamen Beobachtung der Sachlage für jeden von uns durchaus festgestellt werden: das Leben ist endlich und daher unvollkommen und unperfekt. Die Dinge vergehen. Daher hat jede noch so tolle neue Idee nur dann eine Chance auf „Beständigkeit“ wenn sie dem eigenen Wohl unmittelbar dient. Das kann jeder von Euch selbst gerne mal für sich alleine testen.

Wir alle brauchen und wollen Respekt, Mann oder Frau, Schwarz oder Weiß. Es ist unser Recht als Mensch.

Aretha Franklin

Es sind also für Neonazis, Menschenverachterixe, Rassisten und sonstige an ihrem Ego erkrankten Wesen keine Bedingungen vorhanden, als das ihre wirren Ideen , Ziele und Wahnvorstellungen auch nur den Hauch einer Chance auf Erfolg haben können. Das ist in etwa so ausgeschlossen, wie in die Vergangenheit zu reisen um dort die Geschehnisse der Gegenwart zu verändern. Ein absolutes Paradoxum. Keine faschistische Diktatur oder menschenverachtende politische Verwirrung hat in Europa jemals eine beständige Gesellschaftsordnung hervorgebracht, im Gegenteil. Alle diese leidvollen Erfahrungen sind heute die Bedingungen dafür, das wir eigentlich eine diesmal sehr beständige, friedvolle Gemeinschaft gebildet haben, die mehr positive Wirksamkeit für jeden Einzelnen beinhaltet, als das totalitäre Gedanken jemals leisten könnten.

Wenn wir also unter diesem Aspekt das leidvolle Treiben existentieller Versager abholen und ihnen mit unserer Angst ihre unsäglichen Dummheiten bestätigen, haben wir uns nicht auf die Bedingungen dieser eben formulierten Aspekte konzentriert. Wenn wir das also versuchen so zu sehen wie es wirklich gegenwärtig ist, sollten wir lieber Lösungen entwickeln auch denen ein Herz zu schenken, die bisher in sich selbst keines entdeckt zu haben scheinen.

Wenn ich lese, das AFD-Abgeordnete auf Wahlkampfveranstaltungen N-Wörter gegen Menschen verbreiten, lässt mich das im Anbetracht der Bedingungen so kalt, wie das Fallen von Herbstblättern. Es ist ein aus dem Umstand der Digitalisierung, der sich damit ständig verändernden Gesellschaft und die gegebenen Möglichkeiten einer Zeit, selbst den dümmsten Dummheiten eine Reichweite zu verschaffen, die in den „gemeinen Tagesschauzeiten der 80er Jahre“ niemals möglich gewesen wären.

Mit anderen Worten: diese neue Nazi-Dreck-Gebilde ist der Meister unserer Gesellschaft. Wir haben uns in Geduld zu üben, statt mit sinnloser Aufregung darüber unsere Zeit zu verschwenden. Erst unsere Angst, aus der gegebenen Angriffsfläche entstandenen Beschäftigung ermöglicht es denen, zu Tätern zu werden.

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