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27. Mai 2019
Rauschgut – Zeitgeist & Infotainment
Der Kommentar

Das „bedingungslose Grundeinkommen“ bildet erst die Ursache einer digitalen Gesellschaft.

bedingungsloses Grundeinkommen

Wie bitte?! Die Leute die nichts gelernt, gemacht oder gearbeitet haben sollen 2500 Euro im Monat bekommen, OHNE IRGENDEINE LEISTUNG ZU ERBRINGEN?!?!? Für Faulheit? Für Nichtsnutzigkeit? UND DAS AUF UNSERE KOSTEN??!

Gängige und übliche Reaktion, die das Schlagwort „bedingungsloses Grundeinkommen“ bei denen auslöst, die sich nach wie vor an die Beständigkeit der Wohlstandsgesellschaft klammern, die längst ihrem Abgrund entgegensieht. Alle bisher haltenden und vertrauenswürdigen Strukturen gehen auseinander. Ob das die „Deutsche Bank“ ist, die das Vertrauen Ihrer Kunden über Jahrzehnte missbraucht hat, die deutsche Autoindustrie, die womöglich für den bisher größten Kundenbetrug in der Geschichte des Handels mehr und mehr Verantwortung übernehmen muss, ob der ADAC, die „Deutsche Bahn“ oder sonstige bis da hin mit „Made In Germany“ versehenen Gütesiegel – es fängt an merklich zu bröckeln bis hin zu der bisher selten in Frage gestellten Kultur der Volksparteien. Es ist eine Art der Veränderungen allgegenwärtig, die die Menschen zu überfordern scheint und für Spaltung und Missgunst sorgt, die Grundlage für alles politisch bedenkliche Handeln.

Die Digitalisierung verändert alles. Gewohntes geht zu Ende, das Neue ist undurchsichtig, kompliziert und um ein vielfaches scheinbar gefährlicher für den privaten Mensch zuhause, als es jemals zuvor gewesen ist. TV-Geräte, Kaffeemaschinen, Duschanlagen und sonstige Gebrauchgegenstände bis hin zur Waschmaschine gehen genauso „online“, wie die Gewohnheiten mit ihnen umzugehen. Eine subtile Form des „Überwachungs-Kapitalismus“ scheint zu entstehen, wo die „Durchleuchtungsmaschinerie“ des Big-Data, eine Art „digitale Konditionierung“ erzeugt, die einzig den Zweck hat, noch mehr Konsum zu fördern. Allein um die gigantischen Gewinne der Tech-Companies zu sichern und die Bedingungen dafür zu erschaffen ein Vermögen anzuhäufen, das sich außerhalb jeder menschlichen Vorstellungskraft befindet. Geld, was sich elektronisch aus dem Verhalten seiner User generiert und nicht etwa aus dem Prinzip der bis dahin bürgerlichen Sicht von Arbeit und  Leistung. Das was die Tech-Companies bis heute für Ihre „Erhaltung“ investieren können, übersteigt alle staatlichen Möglichkeiten. – Ein für mich deutliches Indiz, das alle Mühen der „Digitalisierung“ längst vergebens sind, weil schlicht und einfach das Potential verkannt worden ist.

Es ist aber nur ein Teil einer „neuen Realität“, deren Bestand sich nur dann längerfristig erhält, wenn die Menschen ihr zumindest politisch nichts entgegensetzen. Während zwar die neue Form der Ausbeutung bedenkliche Entwicklungen bewegt, steckt nach wie vor auch ein unfassbares Potential dahinter. Vieles, was heute noch leidvolle Mühen erzeugt und Menschen in teilweise unerträgliche Arbeitssituationen zwingt, kann mithilfe künstlicher Intelligenz und der Möglichkeit einer weltweiten Vernetzung für immer überwunden werden. Und es wird überwunden werden, wir dürfen nur JETZT nicht wieder das Potential ignorieren, diese in der digitalen Veränderung entstehende Realität zu gestalten.

Putzjobs, Fahrdienstleister, Menschen an der Kasse, Verkaufsdienstleister, Sortierungen und sonstige Services, wo heute noch Menschen persönlich tätig sind, werden nach und nach, Stück für Stück und auf subtile Weise „wegautomatisiert“ werden. Das bedeutet defakto zum Stand „Heute“: über 30% aller heute noch ausführbaren Berufe werden in der kürzeren Zukunft nicht mehr existieren. In der Geschichte der Menschheit hat jede Art und Weise der „Industrierevolution“ nicht nur die Arbeitsplätze verändert, sondern die grundsätzlichsten Lebensgewohnheiten der Menschen. Die Angst davor die eigene Existenz zu verlieren war nirgends größer als in Zeiten bedeutender Veränderung. Es ist zweifelsohne die Grundbedingung für das politische Verhalten und die daraus oft irrtümlich entstandenen leidvollen Entscheidungen, die nur immer ein kurzfristiger Ausflug sind dessen, was so wie so niemals aufzuhalten gewesen ist: die Veränderung.

Das bedeutet natürlich und unterm Strich, das wenn wir JETZT keine grundlegenden sozialpolitischen Veränderungen organisieren, die „sozialen Kriege“ der Zukunft bereits gestern schon an die Haustür geklopft haben. Wenn schon in 10 Jahren über 15% der Menschen keinen Job mehr finden (und man kann nicht über 90% der Bevölkerung akademisch ausbilden), wird sich nicht nur die berühmte Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnen, sondern auch erheblicher Widerstand bemerkbar machen. Das heißt, das Überwinden leidvoller Arbeit kann nur realisiert werden, wenn die Investition dafür auf die Bevölkerung erweitert wird.

Soziale politische Zukunft heißt in die Bevölkerung investieren, statt in die Industrien

Die „neue digitale Industrie“ finanziert sich bereits selbst so umfassend über die eigenen Einnahmen, das kein politisches System mehr dafür sorgen muss durch Förderungen Arbeitsplätze zu erhalten. Das was Deutschland einst REICH gemacht hat, wird der Vergangenheit angehören. Die europäische Industrie verfügt schon lange nicht mehr über die Mittel und Möglichkeiten die digitale Forschung zu sinnvollen, weltweit nutzbaren Produkten zu organisieren. Während die deutsche Autoindustrie nach ihren Skandalen über digitale Neuerungen nachdenkt, hat der Zug bereits den Bahnhof verlassen und zwar schon Jahre, bevor sich darüber Gedanken gemacht worden ist. So, wie sich die Dinge gerade entwickeln kann man bei genauer Betrachtung der aktuellen Bedingungen feststellen: wir machen uns was vor, einfach weil man sich nicht der Veränderung anzupassen versteht die diesmal ein viel umfassenderen Horizont benötigt, als das jemals der Fall gewesen ist.

Wenn also in naher Zukunft über 30% der Menschen keinem regulärem Erwerb mehr nachgehen können, entwickelt die „schöne neue Welt“ gigantische Probleme, die sich wie ein Art Tsunami in aller Stille zusammensammeln. Die Lösung: ein bedingunsloses Grundeinkommen für alle von Mindestens 2500 Euro im Monat.

Dafür fallen alle anderen „Vergünstigungen“ weg. Jedes Bürgerchen erhält ab Geburt sein eigenes Konto, welches erst ab 21. verfügbar wird, wo Kranken-/Renten- und sonstige Versicherungen bezahlt werden können. Der Betrag aller gefassten Bürgerkonten selbst stellt Monat für Monat eine so ordentliche Summe dar, das dieser Wert selbst als Teil des Kapitalmarktes theoretisch wieder für Gewinne sorgen kann. Eine erste, superoberflächliche Idee, die Verwaltung dieses Einkommens, so unbürokratisch und kosteneffizient wie möglich zu gestalten.

Es soll sich hauptsächlich aus den bis dahin europaweit erhobenen Finanztransaktions-Steuern finanzieren, wo nur 0.01% im Monat, als geringfügigste aller Erhebungen schon den größten Teil finanziert. Wären in der wachsenden Überzeugungsarbeit zum Thema in der Realisierung sogar 1% möglich, wären fast keine anderen Einnahmequellen mehr notwendig. Alleine das Fehlen der Arbeitsagenturen, der Wegfall einer unfassbar gigantisch teuren Büroktratiemaschinerie rund um ALGII und Hartz-IV, das radikale Abspecken des Steuersystems und seinen bürokratischen Bedingungen insgesamt, würde zusätzlich jährlich hunderte von Milliarden Euro einsparen, die heute noch in ein sehr leidvolles und daher uneffektives Sozialsystem investiert werden.

Die Kaufkraft der Bürger hätte im Privatgeschäft eine andere Dimension, Existenzängste, Obdachlosigkeit, Kinderarmut gehören der Vergangenheit an. Wenn die Kernprobleme der Existenzangst generell vom Bürger genommen werden kann, stehen den kreativen Möglichkeiten der Menschen keine fundamentalen Hindernisse mehr im Weg. Die Digitalisierung richtig organisiert fördert Bildung, Möglichkeiten und Privatgeschäft in einem Ausmaß, das ganz einmalig in der Geschichte der Menschheit eine Garantie für „Überleben“ behält. Die Bedingungen HARTZ-IV Familienkarrieren weiter durch Reduzierung und Armutsstatus zu binden, sind durch das „bedingungslose Grundeinkommen“ nicht mehr existent. Der psychische Druck ein Leben wie in einer „Kaste“ zu führen ist aus der Realität der Menschen verband. Es gibt kein geistiges Hindernis mehr, Ziele zu erreichen.

Das Potential der Gesellschaft erfährt dadurch einen kreativen Prozess, dessen Feuer alle anderen anzustecken vermag und endlich die Bedingungen herstellt, Erfindungen, Problemlösungen und sonstige kreative Leidenschaften wahrhaft zu realisieren. Es besteht kein Druck mehr, Angst vor dem Scheitern zu haben, denn die Existenzangst, die bis heute kreative Menschen behindert, hat keine Bedeutung mehr.

Die psycholgische Dimension der Existenzangst ist der gewaltigste Schaden in einer von Menschen gemachten Handelsordnung (Kapitalismus) und bis heute der am beständigsten ignorierte. Die Möglichkeit, einzelne Industrien anwachsen zu lassen steht dem Potential der Bevölkerung in Konkurrenz gegenüber. Da wo gestern noch Arbeitssklaven benötigt worden sind, stehen morgen Erfinder, Väter, Mütter und liebende Wesen, die jetzt ohne darüber nachzudenken, das Geschenk des „Augenblicks“ zu einem „aus sich selbst“ erwirtschaftenden Erwerb anwachsen lassen, ohne sich dafür in leidvolle Situationen zu begeben. Es bestehen also damit auch wieder Bedingungen, unfassbare Einnahmequellen entstehen zu lassen.

Es ist für mich außer Frage, das die Dimension des „bedingunslosen Grundeinkommens“, erst die eigentliche Investition in die „digitale Zukunft“ darstellt, bevor wir uns überhaupt mit „künstlicher Intelligenz“ beschäftigen. Erst die Investition in die Bürger statt in die Industrie ermöglicht uns einen wahrhaften Sprung in eine Zukunft, wo die Gesellschaften anfangen zu organisieren, das Geldsystem für immer und vollständig zu überwinden.

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Mathahasy

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