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27. Mai 2019
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Bill Gates glaubt, dass diese Toiletten die Welt verändern könnten.

Eine Spültoilette – angeschlossen an eine Frischwasserversorgung und eine stabile Abwasserleitung – für viele Menschen in der westlichen Welt selbstverständlich. Während dieses eigentlich wunderbare System in den USA, Kanada und Europa am Meisten verbreitet ist, kanne es immernoch nicht universell eingesetzt werden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation haben rund 2,3 Milliarden Menschen keinen Zugang zu der grundlegenden sanitären Grundversorgung durch moderne Sanitäranlagen. Völlig klar, das diese Menschen natürlich auch ihre Lebensmittel in Abfall verwandeln und all das ausgeschiedene Material muss irgendwo hingehen. Am Ende geht es so ziemlich überall hin, auch in den Boden oder in Gewässer, was manchmal die schnelle Ausbreitung von bösen und potenziell tödlichen Krankheiten wie Cholera und Ruhr zur Folge hat.

membrantoilett
Fig. 5. Conceptual design of the prototype able to operate in multiple operation modes (green: updraft; blue: downdraft). Nomenclature used for thermocouples included. (For interpretation of the references to colour in this figure legend, the reader is referred to the web version of this article.) sciencedirect.com

Dieses Problem belastet die Genüter und die Gedanken vieler Menschen, darunter einige der innovativsten Wissenschaftler der Welt und einige der Kreuzritter von gemeinnützigen Stiftungen, die dazu beitragen könnten, die Erforschung besserer Toiletten und weit verbreiteter Sanitäranlagen zu ermöglichen. In der letztgenannten Kategorie gibt es zum Beispiel Bill Gates. Der Gründer von Microsoft – der auch als das “Computernerd Genie” dieses Planeten gehandelt wird und dessen Name gleichbedeutend ist mit “dem unfassbaren Reichtum jenseits der Vorstellungskraft”, verbringt die meiste Zeit zusammen mit seiner Frau damit, Projekte über die „Bill and Melinda Gates Foundation“ zu finanzieren und zu ermöglichen. Seit 2011 vermeldete die Stiftung, dass sie 200 Millionen Dollar investiert hat (und weitere 200 Millionen Dollar zugesagt hat), um das Toilettenproblem in den Entwicklungsländern zu verbessern.

Am 6. November 2018 sprach Bill Gates auf der „Reinvented Toilet Expo“ in Peking, China, einem Ort, an dem Erfinder und Organisationen innovative, bakterientötende und buchstäblich lebensrettende Sanitärtechnologien vorgestellt haben. Gates Botschaft, wie gefährlich (und ekelhaft) eine schlechte Sanitärversorgung sein kann sollte bis nach Haus für Aufsehen sorgen und so hielt er während seiner Rede ein Glas (zum Glück versiegelt) mit menschlichen Fäkalien hoch (ob es seine eigene Geschichte war oder hat er dabei verheimlicht) um zu demonstrieren, wie viele giftige Bakterien sich schon in einer kleinen Menge menschlicher Klabusterbären befinden können. Er sagte dass sich in diesem Glas bereits “bis zu 200 Billionen Rotaviren enthalten… über 20 Milliarden Shigella-Bakterien und 100.000 parasitäre Wurmeier befinden könnten.” Wenn Du diesen Artikel zufällig in einer europäischen Umgebung zu lesen bekommst, danke Deinem „sanitären Glück“, weil Du eine Kläranlage hast, die das Vergiften der Trinkwasserversorgung verhindert.

Mit Ausnahme des Mannes, der den Leuten Minesweeper mit einem Glas voller“ Schoko-Freuden“ präsentierte , waren die wahren Stars der „Reinvented Toilet Expo“ die dort ausgestellten 20 coolsten Toiletten der Zukunft. Die dort präsentierten Ausführungen sind wirklich etwas Besonderes, da sie explizit keinen Wasseranschluss oder Abwasserleitungen benötigen. Mit anderen Worten, sie können immer und überall eingesetzt werden, besonders in Gemeinden, die über keine solche sanitären Infrastrukturen verfügen. Gates ist ein Fan solcher Sachen und zählt diese neue Kategorie von „Toilettenwerkzeug“ zu den “bedeutendsten Fortschritten in der Sanitärversorgung seit fast 200 Jahren”.

Eines der bemerkenswertesten Objekte auf der „Reinvented Toilet Expo“: die entsprechend wissenschaftlich benannte Nano-Membran-Toilette. Die funnktioniert so: Nachdem eine Person ihr Geschäft gemacht hat, schließt sie automatisch den Deckel. Das setzt eine Reihe von Schaltvorgängen in Bewegung, die Dinge in einen Fäkalientank am Toilettenboden zu “spülen”, aber ohne Wasser und Strom. Während der Mechanismus die Toilette diese Abfälle beseitigt, schabt ein dünnes Blatt die Schüssel sauber. Eine Spiralvorrichtung hebt nur die festen Teile des Abfalls aus dem Vorratsbehälter, schneidet ihn zu kleinen Pellets und führt ihn dann in eine winzige Brennkammer. Dort wird der Kot verbrannt und all die Bakterien, Eier und was auch immer für bakterielle Schrecken , sterben dann einen feurigen Tod. Der Benutzer muss das „Bakterien-Krematorium“ dann einmal pro Woche reinigen.

Doch was passiert mit dem für die kleinen Mädchen und Jungs? Es gelangt in einen Kanal voller Membranbündel, die dann den Urin behandeln und desinfizieren, bevor das Ganze in einen Lagerbereich an der Vorderseite der Toilette geleitet wird. Selbst wenn man den Bakterien-Faktor überwinden kann, ist das Urin dennoch nicht trinkbar. Es kann dafür zur Bewässerung von Pflanzen oder Kulturen verwendet werden. Die Nanomembran (ermöglicht durch einen Zuschuss der Gates Foundation in Höhe von 700.000 US-Dollar) wird derzeit in Ghana getestet, wo die Organisatoren versuchen, die Menschen in öffentlichen Toiletten daran zu gewöhnen. Dann hoffen sie, dass die Herstellungskosten im Laufe der Zeit so weit sinken werden, dass ein breiter Gebrauch im Haushalt möglich ist. So möge es geschehen, es wäre ganz ganz wunderbar.

Weiterführende Verweise:

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